Frühling und Unverträglichkeiten
Der Frühling naht! In dieser Jahreszeit tauchen normalerweise Allergieprobleme auf. Die Allergologen besitzen aber genügend Mittel um die verschiedenen Allergien diagnostizieren zu können.
Grundsätzlich testet man Allergien über die Immunglobuline.
Sehr bekannt sind die IgE (Immunglobulin E), etwas weniger oder fast gar nicht die IgG. Allergien werden über die IgE festgestellt. Sie rufen eine “Sofortreaktion” hervor; die IgG hingegen ergeben Beschwerden, die sich nur über einen längeren Zeitraum hinweg äussern.
In einigen europäischen Staaten werden Resultate, die über die IgG getestet werden, Unverträglichkeit oder Hypersensibilität genannt. Sie werden als IgG vermittelte Allergien (oder Nahrungsmittelintoleranzen) aufgeführt.
Ausserdem existieren echte Unverträglichkeiten, die nicht über die Immunglobuline getestet werden können. Das Problem der Allergien und der Unverträglichkeiten kann sehr kompliziert werden. Nicht zu vergessen, dass sich die Intoleranzen laut der offiziellen oder akademischen Medizin auf die Laktose, das Gluten und vielleicht wenige andere Intoleranzen beschränken. Will man das Problem aber aus einem weiteren Blickwinkel betrachten, können die Intoleranzen zahlreich und gegenüber viele Nahrungsmittel auftreten, weiterhin auch gegen verschiedene Sustanzen wie Antibiotika, Farbstoffe, Antiparassitarien etc. Sie werden nicht über Immunglobuline aufgespührt, sondern durch andere Methoden, die mehr oder weniger anspruchsvoll sind und von der Naturmedizin oder sogenannten Komplementärmedizin anerkannt werden.
Die echten Unverträglichkeiten sind sehr wichtig und ihre Diagnose kann ausschlaggebend sein um den Gesundheitszustand einer Person zu verbessern. Die Reaktionszeit einer Unverträglichkeit wirkt sich relativ langsam aus und kann sich in jedem Körperbereich äussern. Sie ist nicht unbedingt nur auf den Bereich des Verdauungskanals beschränkt. Die Intoleranz kann sich am Bewegungsapparat (z.B.: Arthritis) oder auch auf der Haut (z.B.:Ekzem) äussern, mit einer langsamen aber konstanten Auswirkung. Der Effekt kann die Darmschleimhaut indirekt schädigen und somit das Entstehen von wichtigen Störungen der Darmflora begünstigen (Darmdisbiose), mit Konsequenzen die anscheinend nicht vom Nahrungsmittel herrühren.
Es muss gesagt werden, dass der Unterschied zwischen Allergie und Intoleranz nicht immer klar ist, unter den Berufsleuten wird oft gar kein Unterschied gemacht, ausgenommen was Laktose, Gluten etc. betrifft. Man nimmt häufig an, dass nach der Feststellung der durch die IgE vermittelten Allergien das Problem gelöst sei. Es ist aber nicht so! Die Unverträglichkeiten sind sehr heimtückisch, schwierig festzustellen, sie wirken langsam und können an ein mit Vorliebe eingenommenes Lebensmittel gebunden sein. Ihr Auffinden kann Skeptik und Frustriertheit bewirken. Ist man einverstanden es abzusetzen, wird vorerst die Einnahme reduziert; spührt man eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes, kann es auch ganz abgesetzt werden. Nur auf diese konstante Weise können Resultate erreicht werden. Nicht zu vergessen, dass einige Lebensmittel in unzähligen verschiedenen Zubereitungen vorzufinden sind.
Es ist daher unumgänglich die zu konsumierenden Lebensmittel sorgfältig zu kontrollieren und eventuelle Etiketten genau zu lesen.
Das Aufspühren eventueller Intoleranzen, hauptsächlich derjenigen der Nahrungsmittel, ist für das Immunsystem von grosser Bedeutung. Es wird nicht nur durch Allergien belastet, sondern auch durch Unverträglichkeiten. Werden die Letztgenannten entdeckt und therapiert, erholt sich das überlastete Immunsystem und bestimmte Allergien ergeben dadurch weniger Beschwerden oder sogar keine mehr. Aus diesem Grund empfiehlt uns der wunderbare Frühling, der Pollen und Düfte so grosszügig verteilt, die Nahrungsmittel die für uns unverträglich sind aufzuspühren.
Der Mensch leben auch mit vielen Tieren zusammen, vorallem mit Hunden und Katzen, die geliebt und gehätschelt werden und dadurch unsere Zuneigung auch durch das Verfüttern von Nahrungsmitteln erleiden. Auf diese Art werden sie fast “vermenschlicht” und daher können sie auch ähnliche Krankheiten wie der Besitzer erleiden. Auf Grund der verabreichten Nahrungsmittel, die durch das enge Zusammenleben bedingt sind, fressen sie oft die gleichen Nahrungsmittel industrieller Herkunft.
All dies genügt um das Auftauchen von bestimmten Krankheiten, zum Beispiel ekzematöser Art bei Hunden und Katzen, zu rechtfertigen. Auch bei Hunden und Katzen oder besser bei allen Tieren die in engem Kontakt mit den Menschen leben, ist es möglich Unverträglichkeiten aufzuspühren und dadurch die nötigen Vorkehrungen zur Verbesserung ihres Gesundheitszustandes zu treffen.
Dr. med. Roberto Bruzzone